Die erste Zeit als Papa

Dass die Geburt und auch die erste Zeit danach eine Herausforderung sind, haben wir oft von Müttern gehört. Wir Mamas sind mit Hormonen überschüttet, haben evtl. Geburtsverletzungen, die heilen dürfen und haben gerade die wohl krasseste Erfahrung gemacht, die unser Körper je machen wird. Doch wie geht es eigentlich den Vätern dabei? 

Sebastian, mein Partner, war selbst von Beginn der ersten Wehe, bis zur tatsächlichen Geburt mit dabei. Den ersten Monat nach Geburt hatte er Elternzeit. Wie er die Zeit empfunden hat und was seine Herausforderungen waren, erfahrt ihr im Interview. Viel Spass.

10 Fragen und Antworten über die erste Zeit als Vater

Wenn du auf den Geburtsprozess zurückblickst, was hast du besonders schön in Erinnerung? 
Als die Wehen begonnen haben und wir das erste Mal im Geburtshaus waren. Der Raum war sehr gemütlich hergerichtet und man hat sich einfach wohlgefühlt. Die Hebamme war toll. Das war ein sehr schöner Moment, als du auf meinem Schoss gelegen bist, wir unsere Musik gehört haben und auch drumherum einfach alles gepasst hat. 

Womit hast du selbst am meisten gekämpft/ Was war am schwierigsten? 
Dir zuschauen zu müssen, wie du gelitten hast. Diese Machtlosigkeit, weil sich der Geburtsprozess einfach sehr gezogen hat. 

Wie hast du die Geburt erlebt? 
Sehr anstrengend und kräftezehrend. Mit Beginn der Presswehen ist es wirklich nochmal super intensiv geworden und gleichzeitig waren wir uns einfach sehr nahe. Ich hatte das erste Mal während der gesamten Zeit das Gefühl dich zu unterstützen, indem ich dein Bein gehalten habe und du dich an mir festgehalten hast. 

Wie war es für dich, dein Kind das erste Mal im Arm zu haben? 
Ich war super erleichtert und dankbar, dass beide gesund sind und dass dieser super anstrengende Geburtsprozess endlich vorbei ist. Unseren Sohn im Arm zu halten, war irgendwie total surreal. 

Wie waren die ersten Tage nach der Geburt für dich? 
Super anstrengend. Ich war ehrlich gesagt total am Ende. Für beide, dich und das Kind zu sorgen, und auch gemeinsam mit dir auf einmal die Verantwortung für einen kleinen Menschen zu haben, war sehr kräftezehrend. Ich hab versucht, die Wohnung in Schuss zu halten und das Bett alle zwei Tage frisch zu beziehen, damit es dir gut geht. Damit habe ich mir selber sehr viel Stress gemacht. 

Was war für dich in der Wochenbettzeit die grösste Herausforderung? 
Zu versuchen, Ruhe auszustrahlen und stark zu sein, obwohl ich selber am Ende meiner Kräfte war. 

Welche Erinnerungen von der ersten Zeit mit Kind sind deine persönlich schönsten? 
Als es endlich mit dem Stillen geklappt hat oder als unser Sohn nach mehreren Versuchen endlich den Kinderwagen angenommen hat. Im Endeffekt alle kleinen Fortschritte, die wir uns erarbeitet haben, die uns mehr Freiheiten und Selbstvertrauen gegeben haben. Ausserdem die Momente, in denen er bei mir auf dem Bauch eingeschlafen ist und unsere gemeinsamen abendlichen Spaziergänge.

Wie war die Umstellung für dich auf einmal zu dritt zu sein?
Es war schon schwierig, weil in der Anfangszeit das Paar-Dasein gar nicht stattgefunden hat und mir einfach sehr wichtig ist. Es hat mir sehr gefehlt, Zeit zu zweit zu haben. Trotzdem fand ich es auch schön, zu dritt zu sein. Bis wir uns zu dritt eingelebt haben und wir Zeit als Paar, zwischen Familie und Arbeit gefunden haben, hat einfach ein bisschen gedauert. 

Was willst du beim zweiten Kind anders machen? 
Ich würde versuchen, etwas entspannter zu sein und im Vorhinein nochmal mit dir abzustimmen, was wirklich wichtig ist. Die Zeit zu dritt/ zu viert einfach mehr geniessen. Mich selber nicht mehr so unter Druck setzen. 

Gibt es etwas, das du werdenden Vätern mit auf den Weg geben kannst? 
Geniesst die Zeit der Schwangerschaft und die Zeit zu zweit. Redet mit eurem Kind, während es noch im Bauch ist, das war für mich ein wirklich schönes Ritual. Seid für die Familie da, aber stresst euch nicht so sehr. Das Drumherum, wie Haushalt, darf auch mal warten. Aber das Wichtigste: Redet miteinander und seid verständnisvoll. Alle Gefühle, die da sind, sind in Ordnung! Und kauft niemals einen Hoodie für euer Neugeborenes – der grösste Fehlkauf aller Zeiten 😉 

Isabell

Isabell ist Mama eines einjährigen Sohnes und gerade schwanger mit ihrem zweiten Kind, das im September das Licht der Welt erblicken wird.
Zusammen mit ihrer kleinen Familie liebt Sie es in der Natur unterwegs zu sein und neue Aktivitäten zu entdecken. Aber auch der Austausch mit anderen Mamis darf nicht zu kurz kommen. Daher sind regelmässige Besuche in Spielgruppen oder anderen Angeboten für Eltern mit Kindern immer mit eingeplant.